Liedergarten für Kinder von 2 bis 4 Jahren

  • Eltern-Kind-Kurse 50 Min./Woche

  • Stimmbildung, Singen von modernen und traditionellen Kinderliedern im Zyklus der Jahreszeiten und passend zum Stundenthema

  • musikalische Begleitung am Klavier und auf der Flöte durch die Lehrkraft

  • Musizieren mit Perkussionsinstrumenten wie Trommeln, Rasseln, Triangeln, etc.

  • Hören von klassischer Musik

  • Tanz und kreative Bewegung zur Musik

  • Rhythmik mit Tanzbändern, Tanztüchern, etc.

  • feinmotorische und grobmotorische Entwicklungsübungen

  • spielerische Heranführung an die Musik durch kindgerechte Themen wie Zirkus, Tiere, Jahreszeiten, Wetter, Eisenbahn etc.

  • Unterricht wird ausschließlich von speziell ausgebildeten Diplom Musikpädagogen erteilt

  • Das aufwendige Liedergarten-Konzept der Musikschule Niederkassel wurde von Kamelia Neumüller mittels langjähriger Unterrichtserfahrung erarbeitet

  • bis zu acht Kinder in einer Gruppe

  • jederzeit Einstieg möglich

!! Um einen erfolgreichen Gruppenunterricht und eine konstante Gruppengröße zu garantieren, ist die Teilnahme von Geschwistern und weiteren Begleitpersonen ausgeschlossen!!

Ausführliche Programmbeschreibung Liedergarten (Eltern-Kind-Kurs)

Alter: 2 – 4 Jahre

Liebe Eltern,

anhand dieser Unterrichtsbeschreibung möchte ich deutlich machen, aus welchem Grund es förderlich ist, Vorkindergartenkinder an einer musikalischen Frühförderung teilnehmen zu lassen.

Dafür möchte ich erwähnen, welche Themenbereiche im Unterricht angesprochen werden:

  1. Der Unterricht wird mit einem Begrüßungslied begonnen und mit einem Abschiedslied beendet.

  2. Übergeordnet steht ein Unterrichtsthema, welches uns die gesamte Unterrichtszeit beschäftigt, wie z.B. „Das Wetter” oder „Im Ententeich”. Das Thema wird von einer Handpuppe eingeführt, die als Kontaktperson mit den Kindern spricht.

  3. Zur Einführung ins Unterrichtsthema dienen auch Bilder, über die gesprochen wird.

  4. Das Thema wird von mehreren Seiten beleuchtet. So werden passend Geräusche oder Stimmen vom Band gehört, erraten und stimmlich sowie körperlich nachgeahmt (Gewitter, Wind, Regen, Tierstimmen). Die Erfahrung der eigenen Stimme und des eigenen Körpers wird durch das kindgerechte Themenmaterial gefördert: z.B.: die Ente macht „quak”, der Hase hoppelt usw.

  5. Zu diesem Thema werden Lieder gesungen, z.B. „Regentröpfchen” oder „Alle meine Entchen”. Es werden nicht immer nur die bekannten traditionellen Volkslieder erarbeitet, eher wird auf die Sprache des Liedes wert gelegt, die im jeweiligen Entwicklungsstadium des Kindes erfassbar bleiben, jedoch auch förderlich wirken soll. Die Kinder werden aber auch schon die Erfahrung des Kanon-Singens machen, wenn sie dem elterlichen Klangergebnis gespannt zuhören und die Aufteilung der Gruppe in zwei „Chören“ beobachten.

  6. Zu den Liedern wird in elementarer Form getanzt, z.B. im Kreis im Ringelreihen. Bei anderen Tanzformen wird zur Musik geklatscht, gestampft, gedreht uvm. Attraktives Rhythmikmaterial wie Tanztücher, Bänder, Riesenwurftuch, Bälle oder Alltagsmaterialien wie bunte Blätter oder Kastanien im Herbst reizen die Neugier und fordern zum fröhlichen Mitmachen auf.

  7. Zu den Liedern, die ich als Musikerzieherin am Klavier begleite, lernen die Kinder den rhythmischen Umgang mit den elementaren Früherziehungsinstrumenten („Orff-Instrumente”) wie Handtrommeln, Klanghölzer, Rasseln oder Cimbeln, in dem sie die Lieder mit den Instrumenten im Kreisschritt metrisch begleiten.

  8. Durch lustige Fingerspiele werden Sprache und Motorik lebendig gemacht.

Zu 1) Mit dem Begrüßungslied stellen sich die Kinder gedanklich auf den folgenden Unterricht ein und kommen zur Ruhe. Das Ritual des Begrüßungs- und Abschiedsliedes verleiht der Stunde einen Rahmen, der Beginn und Ende der Konzentration auf die Musik angibt.

Zu 2) Die Beschäftigung mit einem übergeordneten Unterrichtsthema fördert die Konzentration und das Durchhaltevermögen der Kinder über einen längeren Zeitraum hinweg. Das Thema wird von verschiedenen Seiten beleuchtet (z.B. Entenlied, Ententanz, Ente malen, über Ente sprechen, Bilder betrachten) und öffnet der Fantasie viel Freiraum. Vor allem aber wird die Sprachentwicklung dadurch unterstützt.

Die Handpuppe als Kontaktperson ersetzt den Erwachsenen und löst die Hemmungen bei schüchternen Kindern. So werden sie frei, um mitzutanzen, mitzusingen, über die Bilder zu sprechen und aus ihren jungen Erfahrungen zum Thema beizutragen (z.B. Entenfüttern im Park). Die Themen entsprechen dem Interessensgebiet eines zwei- bis vierjährigen Kindes, so dass die Begeisterungsfähigkeit groß ist.

Zu 3) Die Diskussion über die Bilder fördert nicht nur die Sprache, sondern erleichtert die Vorstellung vom Unterrichtsthema. So versetzen sich die Kinder innerhalb der Stunde voll in die Phantasiewelt des vorherrschenden Themas.

Zu 4) Das ausgewählte Hören von Geräuschen oder Stimmen passend zu Thema sensibilisiert und schult das kindliche Gehör und macht die Kinder aufmerksamer auf ihre Umwelt, auf die heutzutage so ein immenser Geräuschpegel einwirkt, daß wir alle gegenüber akkustischen Feinheiten in der Umgebung immer mehr abstumpfen. In einer Zeit, in der Umweltgeräusche und Lärm überhand nehmen, lernt hier das kindliche Gehör die differenzierte Beschäftigung mit seiner Umgebung und das genaue Hinhören und Unterscheiden von akkustischen Merkmalen. Durch Nachahmen der Geräusche und Stimmen lernen die Kinder ihre eigene Stimme, ihren Klangraum und die Möglichkeiten, die sie mit ihrem Körper haben, besser kennen und differenzieren. Was bereits körperlich imitiert wurde, wird immer besser verstanden und im Gedächtnis behalten.

Zu 5) Lieder fördern die Sprache ungemein. Dies geschieht durch die rhythmische Aussprache der Worte, was wie das Buchstabieren von Silben oder wie Silbentrennung wirkt. Der Lehrer und die Eltern sollten dabei auf deutliche Aussprache achten.

Darüber hinaus initiiert die gereimte Verssprache ein fortgeschrittenes Empfinden für die Sprache im Allgemeinen. Das „sprachliche Gehör” wird so geweckt. Dieser Sprachrhythmus eines Reims fördert wiederum das musikalisch-rhythmische Gehör und Empfinden.

Liedform bedeutet aber auch, intellektuelle Strukturen zu legen, die sich im Gedächtnis so äußern, dass die Kinder unbewusst lernen, ihre Gedanken zu ordnen.

An folgendem Liedbeispiel wird eine typische Liedform ersichtlich:

A: Summ, summ, summ, Bienchen, summ herum,

B: Ei, wir tun dir nichts zuleide, flieg nun aus in Wald und Heide.

A: Summ, summ, summ, Bienchen, summ herum.

Hier wird intuitiv die Form A-B-A aufgenommen, nämlich. Anfangsteil, dann Mittelteil, der anders verläuft, schließlich das Wiedererkennen einer Wiederholung des Anfangsteils: Anfang, Mitte, Ende/Anfang. Durch eine passende Bewegung im Tanz kann diese Form nochmal klarer werden, z.B.: 

A: Flugbewegung – B: klatschen – A: Flugbewegung

Musik und Sprache hängen stark miteinander zusammen und befruchten sich gegenseitig. Die beiden Wirkungsfelder sitzen jedoch in zwei verschiedenen Gehirnhälften. Bemüht man sich so früh wie möglich um Verbindung dieser beiden Hälften Musik und Sprache, so legt man schon früh Bahnen, die als Basis für das intellektuelle Denken später nicht mehr nachzuholen sind.

Darüber hinaus wird die Erforschung der eigenen Stimme und ihren Möglichkeiten durch den Gesang und den Geräuschen oder Tierstimmen, die wir imitieren, ermöglicht, wozu die Kinder in diesem Entwicklungsstadium geradezu instinktiv drängen.

Auch das Atmen muss beim Singen (und beim Sprechen) aufgeteilt werden, so dass die Erfahrung gemacht wird, wie viel Luftstrom ein musikalischer Abschnitt benötigt (und ein gesprochener Satz), um wieder einzuatmen. Kinder atmen erst einmal öfter. Hier kann die Sprachentwicklung wieder profitieren, mit dem Ziel, volle Sätze bis zum Komma oder Punkt in einem Atemzug sprechen zu lernen, ohne sie durch ständiges Einatmen zu zerstückeln.

Die musikalische Begabung wird eindeutig von keinem Kriterium stärker entwickelt als vom Liedgesang, wobei die falsche Intonation der Umgebung („schief singen”) dieses wiederum stark hemmt. Wer viel singt, hat schon die Musik in sich aufgenommen. Vielleicht kommt es eines Tages dazu, dieses vorhandene Potential auf ein Instrument zu übertragen. Studien belegen immer wieder aufs Neue, dass die musikalische Begabung bis zu einem hohen Maße geschult werden kann. Ungeschulte Begabungen kann man aber genauso verkümmern lassen.

Das musikalische Gehör wird nicht nur durch Gesang und Rhythmus geschult, sondern auch durch das Hören von Musik, wie z.B. der Begleitung des Klavierklanges. Dadurch entsteht eine Vorstellung von harmonischen Gesamtklängen.

Das Hören und Erleben des „Kanonchors“, den die Erwachsenen in zwei Gruppenhälften singen, hinterlässt bei den Kindern einen großen Höreindruck. Sie staunen über die entstandene Harmonik im Klang und über die Möglichkeiten, die man mit anderen Leuten gemeinsam in der Gruppe erreichen kann. Manche versuchen bereits mit ihrer Elterngruppe mitzusingen, was üblicher Weise erst in der Grundschule probiert werden kann. Durch die elterliche Unterstützung können wir im Kurs jedoch mehr ausprobieren, als man dieser Altersgruppe normalerweise zutrauen würde, was genauso für Tänze, Rhythmus u.a. gilt.

Die Wiederholung der Lieder in der folgenden Stunde fördert das Erinnerungsvermögen und das musikalische Gedächtnis. So werden die Kinder anfangen, sich auch zu Hause an die Lieder zu erinnern.

Zu 6) Die ganzkörperliche Bewegung zur Musik (z.B. im Kreis gehen. Kinderschlange usw.) ist die Basis für Raumerfahrung, diese wiederum bietet die Voraussetzung für räumliche Orientierung (Orientierungssinn…) und für Grobmotorik und Körperbeherrschung.

Bewegung zur Musik und Klatschen/Stampfen bedeutet auch, Musik und Rhythmus körperlich aufzunehmen und zu verinnerlichen, was wieder die Musikalität fördert.

Die Gleichzeitigkeit beim Singen, im Kreis Laufen, Drehen, Hinhören, Beobachten und selber im Rhythmus die Handtrommel Schlagen ist eine große Errungenschaft der Musikerziehung, die in dieser Form nirgendwo anders so gut erreicht wird.

Die Bedeutung der Annahme von bestimmten Aufgaben beim Tanzen (an die Hände fassen, drehen) muss besonders hervorgehoben werden. Damit wird nicht nur die unmittelbare Reaktion auf eine Aufgabenstellung geübt, sondern die soziale Anpassung unter den Kindern wird stark entwickelt. Sie lernen, sich in einem Aufgabengebiet einzufügen, da die Mütter als Vorbilder die Aufgaben auch erfüllen und lernen, sich unterzuordnen, wenn sie nicht an der Reihe sind (z.B. ein Kind geht in die Mitte des Kreises, alle anderen tanzen im Kreis um das Kind herum). Auch Hemmungen werden abgebaut, wenn die Scheu besteht, die Aufgabe zu erfüllen, die aber die Mutter und alle anderen Kinder erfüllen.

Attraktive bunte Rhythmikmaterialien wie Chiffontücher zum Windtanz oder Tanzbänder zum Schlangentanz, der frei zur klassischen Musik improvisiert wird, indem man auf Lautstärke und Intensität der Musik reagiert regen die Phantasie an und fordern zur freien Bewegung auf. Materialien wie ein Riesenwurftuch, die von allen Teilnehmern gleichzeitig bewegt werden müssen, um ein Ergebnis zu bekommen, fördern den eigenen Einsatz in der Gruppe, das soziale Verhalten und das Gefühl, ein unentbehrliches Mitglied der Gesamtheit zu sein.

Alltagsmaterial wie Kastanien oder Herbstblätter können unsere Lieder und Tänze jedoch genauso begleiten; sie regen zur Wiederholung und kreativen Ausdehnung der Themen zu Hause mit dem eigenen Material an.

Zu 7) Die Betätigung der Schlaginstrumente schult gezielt die Feinmotorik und Geschicklichkeit des Körpers, besonders in der Gleichzeitigkeit zu anderen Tätigkeiten. Die entwickelte Feinmotorik ist Basis für das spätere Spielen eines Instrumentes oder viele andere Lebensbereiche wie Schreiben o.ä.

Rhythmus, Takt und unterschiedliche Spielweisen zur Klangerzeugung werden durch das Orff- Instrumentarium immer in Begleitung eines Liedes spielerisch geschult. Das Gehör wird ausgebildet, indem die unterschiedliche Klangerzeugung an einem Instrument differenziert abgehört und vom kindlichen Gehör beim Spielen überprüft wird .

Zu 8) Fingerspiele, die passend zum Thema ausgeführt werden, fördern den sich reimenden Sprachrhythmus und die dabei gleichzeitig kniffelige feinmotorische Herausforderung. Auch sie helfen dem Kind bei der Erkundung des eigenen Körpers und besonders der Hände.

Insgesamt soll sich der Eindruck setzen, daß Musik Spaß macht und die kindlichen Bedürfnisse nicht gebremst, sondern, daß sie ausgelebt werden. Bewegung und Tanz im Liedergarten, geht auf den natürlichen Bewegungsdrang der Kinder ein. So unterstützt die positive Einstellung zur Musik den zukünftigen Wunsch, ein Instrument spielen zu wollen.

Abschließend sei nicht zu vergessen: die Musikstunde bereitet die Vorkindergartenkinder mit all den erwähnten Unterrichtsinhalten gut, jedoch schonend auf den Kindergarten vor, denn die oftmals erste Gruppenerfahrung findet unter der Behütung und Aufsicht der Eltern statt!

Viel Spaß beim Musizieren! Ihre Kamelia Neumüller